Schamanisches Reisen

Auf der Schamanischen Reise lässt die Schamanin ihre derzeitige Persönlichkeit und ihren Körper zurück, um Platz und Raum zu schaffen für die Wesen und ihre Kräfte der anderen Dimensionen. Es ist ein Überschreiten der Grenzen von Raum und Zeit, ein wahrnehmen können außerhalb des intellektuellen Verstandes – sozusagen vom Sichtbaren zum Unsichtbaren. Somit wird die Schamanin zum Vermittler zwischen den Welten. Es entsteht eine Kommunikation auf einer höheren Bewusstseinsebene, die sie in Form von Information des gesehenen oder erlebten auf die Erde bringt. Diese Informationen sind für den suchenden Menschen eine große Hilfestellung um in die tiefe wahrhaftige Wirklichkeit schauen zu können und dadurch die Möglichkeit auf Veränderung, im tiefen persönlichen Menschsein zu erlangen. Die Antworten dienen immer dem Wohle des Menschen und aller Wesen.

Für mich persönlich ist die Voraussetzung für eine Schamanische Reise eine strenge rituelle Vorbereitung, das Ritual wird zur Brücke. Jahrelange persönliche Trainings, innere und dadurch äußere Veränderungen sind notwendig, um die Verbindung herstellen zu können, und die Möglichkeit zu haben andere Ebenen zu betreten. Dafür muss man eine tiefe Beziehung und Verbindung zu den Wesen und Ahnen herstellen. Nur im Zustand dieser unendlichen Liebe und Verbindung ist es möglich, mit diesen Wesen und Kräften eins zu werden.

Die Durchführung einer schamanischen Reise bedarf einer strengen und genauen Vorbereitung. Es ist notwendig sich innerlich auf die Begegnungen in der geistigen Welt einzustellen, Raum und Platz zu schaffen, im Innen, sowie im Außen, um die Kräfte aus Himmel und Erde einladen zu können. Auch immer werden Opfergaben vorbereitet. Meist reist die Schamanin mit ihrer Trommel oder anderen persönlichen Werkzeugen. In ihrem Rhythmus begibt sie sich in eine Trance aus der sie über unterschiedliche Eingänge oder Orte die alltägliche Wirklichkeit verlässt, um in andere Dimensionen zu reisen. Jede Schamanin reist in ihrem persönlichen Ritualgewand und Ritualgegenständen, die zum Schutze dienen, des Erkennens, des Verbindens, und die Trance unterstützt. Mit Hilfe von rituellen Gesängen oder Anrufungen nimmt die Schamanin Kontakt auf zu den Wesenheiten im ewig Göttlichen und ihres Seins, ihres Wissens und ihrer unendlichen Weisheit und Liebe. Die Schamanin hat immer Verbündete, Begleiter und Krafttiere in diesen Welten, die sie kennt, die mit ihr reisen oder ihr den Weg zeigen. Sie verlässt ihren Körper über die Spirale, über die sie auch wieder zurückkehrt. Eine Schamanische Reise liegt immer einer Absicht zu Grunde – auch ist sie sich der Gefahren bewusst und der möglichen Begegnungen mit Wesenheiten aus der Dunkelheit, und deren Kräften. Sie reist immer mit reinem Herzen und klarer Absicht. Die Reise dient zur Erlangung der Ganzheit und der Wiederherstellung der Einheit mit der göttlichen Ordnung.

Schamanisch Reisen ist für mich eine große Gnade geworden. Ich nehme in tiefem Respekt, tiefer Liebe und in großer Demut und Dankbarkeit Verbindung auf mit dem Geistigen, den Wesen und den Ahnen. Und so darf ich zum Botschafter werden – ein Bindeglied zwischen Himmel und Erde, zum Wohle aller Wesen und Menschen.

Ein wichtiger Aspekt für den Fragenden ist die klar und genau definierte Fragestellung, um mit den Informationen ein nötiges Verändern im Alltagsbewusstsein herbeizurufen. Meist ist für die Antworten der Wesenheit, ein menschlich geistiges Reifen und ein offenes Herz notwendig, um sie zu einem späteren Zeitpunkt richtig zu verstehen.

Schamanisches Sein

In jeder Reise erfahr ich als Schamanin mehr Urkraft und Anbindung, ich treffe Wesen und Lehrer, die mir helfen, mich zu entwickeln, uraltes vergessenes Wissen zu erlangen und Liebe und Ganzheit zu erfahren.

Den Weg zu gehen auf Erden hier, immer wieder von Anbeginn zu suchen den tieferen Lebens-Sinn, hat mich geführt zu Euch hin, mir gezeigt wer Ihr seid, und ich durch Euch bin. Das Schauen und Suchen im Außen hat mich lange verwirrt – bin immer wieder in der Dunkelheit herumgeirrt. Doch immer wieder hab ich euer Sein und eure Liebe gespürt, hab gewusst ich bin von euch beschützt und geführt. Bin weiter gegangen, hab mich gelöst aus allem Menschlichen Leid Schmerz und Verlangen. Immer weiter ins Licht – zu Gottes Liebe hin – bis ich Sie gefunden hab, tief im großen Herzen drin. Zu dienen dem Lichte das ist mein Lebens-Sinn, gefunden zu haben wofür ich geboren bin. Ihr Wesen des Lichtes, Ihr alle vor mir, in tiefer Liebe und Verbundenheit, zu euch, steh ich jetzt hier. „ Zuhause bei Euch, im Ewigen Sein und im Leben oder Tod, niemals getrennt, immer ALL-EIN.

Für meine Chief-Schamanin

Der Weg war bestimmt und ich wurde geführt zu Dir hin, du für mich so wunderbar liebende weise Lehrerin. Unendliche Dankbarkeit und Liebe ist in mir – für alles was Du geheilt, geschenkt, gegeben und geteilt hast mit mir. Geduldig begleitet hast zum Lichte hin – im Werden zum Sein – das, was ich bin! Und in diesem Sinn ist es mir eine Ehre zu sein eine Jurtenschamanin.

Die Geschenke als Antworten der geistigen Welt nach einer Schamanischen Reise sollen im Sein wurzeln, statt sich im Denken zu verirren.

Karin Hummel

Für Euch Jurten-Schamaninnen und Kandidatinnen

Ich Danke Euch und somit Uns für unser Sein. Für unser gehen gemeinsam zum Lichte hin, unser Teilen und unser Vertrauen von Anbeginn. Für den Mut und die Kraft, umzufallen und wieder aufzustehen, uns aus all den alten Verstrickungen zu lösen, um neue Netze zu weben. Seite an Seite stehen wir jetzt da: Groß, Mächtig und Wunderbar. Jede für sich einzigartig, mit allem verbunden in der Liebe und im Herzen rein und klar. Viele Hürden mussten und müssen wir immer wieder meistern, auf unserem Weg zu den Geistern. Doch Euch und Uns begegnet zu sein, zu dieser Zeit, an diesem wunderbaren Ort und in diesem Leben – dafür Danke ich in die Himmel hinauf, FÜR DIESEN SEGEN!!!

© Karin Hummel Januar 2018

Tod und Leben

Durch das Abgeschnitten sein, der somit entstandenen Nicht-Verbindung von Körper Geist und Seele, erleben viele Menschen sich selbst in dieser Zeit in einer völligen Isolation, einem ständigen Herumirren auf der Suche nach Liebe und Sinnhaftigkeit, es fehlen jegliche Haltegriffe! Die der Mensch aber so dringend braucht, im Leben aber auch im Umgang mit dem Tod. Somit ist die Auseinandersetzung und das Wiedereingliedern des Todes und seiner Existenz dringend notwendig. Nur durch das Wiederanbinden an das Göttliche in uns, haben wir die Chance, auf ein Leben in Liebe, Mitgefühl, Demut und somit ein Sterben in Frieden.

Kreislauf

Der Tod ist nicht das Nichts – keine Trennung – kein Nichtsein – sondern ein nach Hause kommen. Zum Ursprünglichen – zum Licht – zu Gott. Im alten Wissen, und dem daraus entstandenen Traditionen, bilden Tod und Leben immer schon einen Kreislauf. Somit kann das menschliche Leben als Reifung und Bewährung gesehen werden. Als ein Lernen sozusagen. Als Vorbereitung für etwas Größeres, Stärkeres, WAS EWIGES. Es ist im Leben schon notwendig, emotionale Bindungen zu überwinden und nicht an Leidenschaften gefesselt zu bleiben. Anhaftungen zu lösen und Loslassen zu lernen. Sich bewusst zu werden, das alles mit Allem, zu jeder Zeit verbunden ist. Es gibt keine Trennung – es gibt nur Einheit. In diesem Bewusstsein ist unendliche Liebe und Wachstum im Leben und über den Tod hinaus möglich.

Die Auseinandersetzung mit dem Tod und die Sinnhaftigkeit des Lebens finden wir in allen Menschen und Kulturen. Im Hinduismus wo sich der Hindu sein ganzes Leben danach ausrichtet gut zu sein in seinem Denken und Tun. Sein Ziel ist auszugleichen und das, aus vorigen Leben Mitgebrachte, aufzulösen.
Im Buddhismus, wo der Buddhist sich als Ziel, die Befreiung der Verformung des Geistes setzt. Dass er ein Leben lang durch Meditation und ernsthafte Bemühungen zu erreichen versucht. Er macht sich zur Aufgabe die Bewusstheit in sich zu entwickeln, um bereit zu sein, und mitwirken zu können im Übergang vom Leben in ein vielleicht höheres Sein. Auch im frühen Christentum war der Glaube an Wiedergeburt Bestandteil des Lebens. Der Mensch ist für das Paradies geschaffen. Also die Gemeinschaft mit Gott. Sie geht über den Tod hinaus, ist der Himmel, ist das Licht und der ewige Ort des Friedens.

In jedem von uns liegt dieselbe Aufgabe – sich dem Göttlichen in uns selbst zuzuwenden und dadurch in Demut und Nächstenliebe zu Leben.

Westliche Verdrängung

Durch das derzeitige Verdrängen des Todes und seiner Existenz in unserer Gesellschaft, erleben viele Menschen den Tod als leidvollen negativen Gegensatz zum Leben. In unserer westlichen leistungsorientierten Welt wird am besten so getan als gäbe es ihn nicht. Ein hoher Preis den wir zahlen müssen. Dauerhafte Angst vor der unbekannten
und ständige Einsamkeit durch Getrenntheit, macht viele von uns zu hilflosen schwachen Geschöpfen.
Doch die jetzige Situation der Verdrängung und Ignoranz macht nicht nur das Sterben, sondern auch das Altwerden oder Kranksein für uns zum gewaltigen Problem. Um nicht hinschauen zu müssen, haben wir Institutionen gebaut und
jegliche Eigenverantwortung abgegeben. Alte, Sterbende und Kranke werden untergebracht oder den Ärzten übergeben. Todkranke transportieren wir in sterile medizinische Zentren. Mit Kindern wird nicht gesprochen, ihnen wird das Wissen über den Tod vorenthalten, als wäre er ein unnatürliches grausames Erlebnis. Andere wieder werden an Maschinen angeschlossen, mit der Aufschrift „Lebenserhaltende Maßnahme“
In unserer Gesellschaft treffen viele von uns falsche Entscheidungen. Sie lassen Menschen in ihrer schwierigsten Zeit allein und nehmen sich dadurch jegliche Möglichkeit auf Frieden, Dankbarkeit und Liebe.
Als Letzter Weg, weiß der Mensch, dass er zum Ursprung reinen Geistes zurückkehrt. Wenn wir es schaffen den Tod als solches Nachhause kommen zu sehen, als das Zurückkehren, das Ablegen und Loslösen von unserem Menschlichen- körperlichen Sein in ein höheres Sein, ist das Sterben die Meisterschaft nach dem Leben. Im Moment des Sterbens, im Gewahrsein seiner Weisheit, seiner ethischen und moralischen Stärke, seines reinen und guten Herzens und seiner Liebe zu sein, gibt jedem die Chance dass sein Geist zu dem wird was er immer war – „das Licht Gottes.“

Sterberituale

Bedeutungsvoll und somit unerlässlich im Übergang vom Leben zu Tod, sind Rituale. Sie gehören heute noch in vielen Kulturen zum Bestandteil des Sterbens. Immer und überall findet ein Zurückgeben unseres Körpers statt, an die Erde, das Wasser, das Feuer oder die Luft. Bei den Hindus in Form von einem Feuerritual; nach drei Tagen wird die Asche dem Ganges übergeben. Der Buddhist lässt den Toten drei Tage nach dem Sterben in der Stille. Auch er übergibt den Körper dem Feuer. Im Islam sowie im Judentum wird der Körper nach dem Tod in ein weißes Tuch gewickelt und in der Erde bestattet. Christen kehren in Form von Feuer oder Erdbestattung zur Erde zurück. Somit ist es unerlässlich in diesen Zeiten zu beten, zu meditieren zu singen und zu opfern, je nach Kultur.

Immer ist der Sinn die Kontaktaufnahme oder das Verbinden mit dem Geistigen, den Wesen, mit dem Licht und mit dem Ewigen. Ein Begleiten der Seele auf ihrem neuen Weg. Alle Rituale dienen jedoch dazu, Trauer, Abschiedsschmerz, aber auch Dankbarkeit, Geborgenheit und Liebe mit ganzem Herzen zu erfahren. Gelebte Rituale geben den Sterbenden, den Lebenden und dem Tod die Würde zurück.

 

 

Die Spirale

Als uraltes Symbol ist sie in allem enthalten. Sie ist alles zu gleich, ist das Zeichen für Verinnerlichung, führt in die Mitte zum Selbst, also ins ewig Göttliche. Sie steht für Einheit im Denken und Sein – von Leben und Tod. Auf der Schamanischen Reise verlassen wir den Körper, in der rechtsdrehenden Spirale, die das Zeichen der Schöpfung ist. Wir überschreiten somit die Schwelle, in die anderen Dimensionen. Über die links drehende Spirale, die das Zeichen der Rückkehr zur Einheit ist, kehren wir wieder zurück in unsere Körper. Tod wird für uns dadurch erlebbar, mit jedem Mal geben wir unser Leben. Wir verlassen das irdische Sein um uns hinzugeben, in die Einheit mit dem Göttlichen Sein. Somit werden wir zu Überbringern von Botschaften aus dem Ewigen, zum Heil der Menschen und aller Wesen auf Erden.

Schamanische Sicht

Immer schon lebten Schamanen im Einheitsbewusstsein, somit sind Leben und Tod eins. Wir wissen um die Welten und die Existenz der Wesen in allen Dimensionen. Um die Gleichheit von allem, um die Verbundenheit von Himmel und Erde. Der Tod ist für uns allgegenwertig, er ist für uns ständiger Lehrer und Begleiter. Immer wieder lassen wir Schamanen los, und richten unser Leben und unsere Bewusstheit neu aus. Wir stärken immer mehr die Verbindung zu unseren Ahnen – zum Ewigen – zum Göttlichen, um zu dienen.

In unserer Arbeit ist ein immer wieder Zurücklassen unseres Körpers notwendig, also ein ständiges Sterben und Wiederkehren. Somit können wir Vermittler zwischen den Welten werden, um das göttlich Geistige in Form von Informationen, zum Heil alles Lebendige auf die Erde zu bringen.

 

„Sterbe in der Liebe, und bleibe am Leben.“
– Rumi

 

© Karin Hummel Juni 2017